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Alte Historische Fotos und Bilder Stadel bei Niederglatt

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Wappen Stadel bei Niederglatt

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Geschichte von Stadel bei Niederglatt in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Stadel ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz. Zur Unterscheidung von anderen Ortschaften desselben Namens wurde früher der Zusatz bei Niederglatt angefügt.

Zu Stadel gehören seit 1907 auch Windlach, Raat und Schüpfheim. Die Zivilgemeinde Windlach wurde per 1. Januar 2010 aufgelöst.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 2280

Wirtschaft:

Sehenswürdigkeiten:

Stadel bei Niederglatt. Blick auf Dorfstraße, 1908
Blick auf Dorfstraße, 1908
Stadel bei Niederglatt. Blick auf Dorfstraße mit brunnen
Blick auf Dorfstraße mit brunnen
Stadel bei Niederglatt. Blick auf Dorfstraße mit brunnen
Blick auf Dorfstraße mit brunnen
Blick auf Stadel, 1948
Blick auf Stadel, 1948
Blick auf Stadel, Schüpfheim und Windlach, 1925
Blick auf Stadel, Schüpfheim und Windlach, 1925
Stadel bei Niederglatt. Dorfbrunnen
Dorfbrunnen
Stadel bei Niederglatt. Dorfstraße, Kirche mit Pfarrhaus, Bühl mit Doktor-Haus, 1913
Dorfstraße, Kirche mit Pfarrhaus, Bühl mit Doktor-Haus, 1913
Stadel bei Niederglatt. Kirchweg, 1928
Kirchweg, 1928

Geschichte der Gemeinde Stadel

Die Landschaft

Unsere Landschaft wurde von den Gletschern geprägt. Viermal stiessen sie aus den Alpen in unser Gebiet vor und bedeckten es mit einem mehrere hundert Meter hohen Eispanzer. Der Abfluss lagerte im Vorland der Gletscher Schotter ab, wodurch im Windlacher Feld riesige Kieslager entstanden. Da diese Glaziallandschaft nur wenige Veränderungen erfahren hat, erklärte sie der Bundesrat 1977 als eines der 65 schweizerischen Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.

Römer, Helvetier, Alemannen

Ein markantes Zeichen früher Besiedlung unserer Gegend ist die keltische Fluchtburg auf dem Stadlerberg, "Helvetierschanze" genannt. Die Bedeutung dieses Refugiums ist noch nicht geklärt. Der Name der Ortschaft Windlach - Zürichdeutsch "Windli" - deutet darauf hin, dass ein Römer oder Gallorömer namens Vindilius dort gewohnt haben könnte. Sicher bewohnten im 8. und 9. Jahrhundert Alemannen unser Gebiet.

Namen und Wappen

1044 taucht der Name "Stadel" in der sogenannten Hunfried-Urkunde auf. 1115 wird Windlach im Rheinauer Cartular erwähnt; 1265 erscheint Raat in einer Akte der Propstei Klingnau unter der Bezeichnung "Rode". 1301 wird in "Schuffon" (Schüpfheim) eine 4-köpfige Bauernfamilie an das Johanniterhaus Klingnau verkauft. "Stadel" bedeutet ein scheunenähnliches Gebäude, "Windlach" ist die schriftdeutsche Form von "Windli", das wahrscheinlich ein römisches Landgut bezeichnete; "Raat" kommt von "roden" oder von "hrad" = steiler Berghang; "Schüpfheim" erinnert an Schopf, ursprünglich eine Vorrichtung, unter die man Ackergeräte oder Vorräte "schupfen" konnte. Das Stadler Wappen zeigt auf blauem Grund zwei silberne Lilien mit einem darüberschwebenden silbernen Halbmond. Dieser ist Hinweis auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Obervogtei Neuamt. Das Wappen von Raat enthält ein Rad, wahrscheinlich eine falsche Auslegung des Dorfnamens. Das Wappen von Schüpfheim ist die Sonne und jenes von Windlach zeigt über einer Weinrebe wieder den Neuamts-Halbmond.

Mittelalter

Verschiedene Herren - das Kloster St. Blasien, die Habsburger, das Kloster Oetenbach, die Herren von Rosenegg, um nur einige zu nennen - besassen bei uns Rechte und Gebiete, bis die Stadt Zürich 1424 die Grafschaft Kyburg und damit auch fast alle Herrschaftsrechte unseres Tals erwerben konnte. Von nun an regierten die "Gnädigen Herren", autoritär aber meist wohlwollend. In den Dörfern bearbeiteten die Bauern ihre Felder nach den Regeln der alemannischen Dreifelderwirtschaft (Sommerweizen-Winterweizen-Brache), assen Brot und Habermus, pflanzten Hanf und Flachs als Grundstoffe für die Kleidung. Der Schmied, der wie der Wirt eine besondere Bewilligung der Gnädigen Herren zur Ausübung seines Berufes brauchte, sorgte für Werkzeug und Wagen, in der Taverne (die "Rose" zu Stadel) hörte man bei Brot und Wein die Neuigkeiten. Im Herbst stellte man jede zehnte Garbe beiseite, um den Zehnten zu bezahlen. (Das war aber nur eine von vielen Steuern!). Ein Kleid, das Hochzeitskleid, reichte fürs ganze Leben. Gefürchtet waren die Feuersbrünste; 1628 brannten in Windlach 14, 1647 in Stadel gar 17 Häuser ab.

Zusammenbruch der alten Ordnung

Die Hoffnung auf bessere Tage, als 1798 die Franzosen das alte Regime abschafften, schwand schnell und machte, als immer wieder Truppen zu verpflegen waren, rasch grossem Elend Platz. Zur Zeit der Helvetik werden Stadel und Windlach als Gemeinden des Distrikts Bülach erwähnt. 1815 wird Stadel eine der 15 Gemeinden des "Amtes Regensperg". Die drei bis anhin politisch immer selbständigen Gemeinden Stadel, Raat-Schüpfheim und Windlach waren also zuerst zu zwei, dann zu einer einzigen Politischen Gemeinde verschmolzen worden.

Der Stadler Handel

1832 unterrichtete in Stadel ein Lehrer 181 Schüler. Die Schulreform von 1833 verbesserte die Lehrerausbildung und brachte neue Lautiertabellen, die die bisherigen religiösen Leseschriften ablösten. Dagegen brach in Stadel eine kleine Revolution aus, die der Regierung in Zürich einige Sorgen bereitete, aber zu keinen ernsthaften Ausschreitungen führte.

Trennung und Wiedervereinigung

1840 trennten sich die vier zur Zeit der Helvetik und Restauration zusammengeschweissten Gemeinden wieder, da, wie die Stadler, Windlacher und Raater in fast gleichlautenden Schreiben feststellten, "die Taten, Handlungen, Worte und Werke und vor allem Sitten und Gebräuche dieser entferntliegenden Dörfer" grundverschieden seien. Diese Trennung bewährte sich aber nicht, da die kleinen Gemeinden Raat und Windlach allein nicht lebensfähig waren. 1906 wurden sie durch eine kantonale Volksabstimmung wieder vereinigt. Dies geschah aber gegen den Willen der Betroffenen; nur das wirtschaftlich völlig darniederliegende Raat nahm an, Windlach und Stadel lehnten wuchtig ab. In Zwischenzeit aber hat man sich kennen und schätzen gelernt. Aus der Tatsache, dass die Politische Gemeinde Stadel aus vier Dörfern besteht, ergeben sich heutzutage kaum mehr Probleme.

Melioration und Ortsplanung

Die Güterzusammenlegung, Melioration genannt, ist wahrscheinlich das grösste Werk des 20. Jahrhunderts in Stadel. Sie dauerte vom 27. Januar 1961 bis am 3. Mai 1979. Die einbezogene Fläche umfasste 14 km2. Die eigentliche Zusammenlegung von Feld und Wald kostete 8,3 Millionen, die Gesamtkosten inklusive Siedlungsbau beliefen sich auf 21 Millionen Franken. 103 km neue Strassen wurden erstellt. Im extremsten Fall wurden 34 bisherige Wirtschaftsparzellen zu einer einzigen vereinigt. Dies alles ermöglicht nun den Einsatz rationeller Bearbeitungsmethoden. Viele kleine Betriebe verschwanden, aber was blieb ist konkurrenz- und leistungsfähig. 1955 zählte man in Stadel 140 Landwirtschaftsbetriebe (davon 111 hauptberufliche) mit einer Durchschnittsfläche von 5,78 ha; 1985 waren es noch 70 Betriebe (43 hauptberufliche) mit einer Durchschnittsfläche von 10,98 ha. Die Bausperre, die mit Ausnahme der wenigen Baugebiete wegen Melioration in der ganzen Gemeinde gegolten hatte, verhinderte in den letzten Jahrzehnten eine hektische Bautätigkeit. Das Ortsbild von Stadel ist deshalb weitgehend intakt und "von regionaler Bedeutung". Am 14 Juni 1994 bzw. am 12. Juni 1996 genehmigten die Stimmbürger eine neue Bau- und Zonenordnung. Sie gestattet eine massvolle Entwicklung, sichert aber auch die heutige Grundstruktur der Gemeinde als vorwiegend landwirtschaftlich genutztes Gebiet.

Quelle: stadel.zh.ch

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