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Alte Historische Fotos und Bilder Baden, Kanton Aargau

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Wappen Baden

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Geschichte von Baden, Kanton Aargauin Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Baden ist eine Stadt, Einwohnergemeinde und der Hauptort des Bezirks Baden im Kanton Aargau in der Schweiz. Die Stadt liegt im dichtbesiedelten Limmattal, 21 Kilometer nordwestlich von Zürich, 22 Kilometer nordöstlich des Kantonshauptortes Aarau und 18 Kilometer südlich der badischen Stadt Waldshut-Tiengen (jeweils Luftlinie).

Als Gründungsort von Brown, Boveri & Cie. (heute ABB) und bedeutender Standort des GE-Konzerns (bis 2015 Alstom) ist Baden ein international wichtiges Zentrum der Elektrotechnikbranche.

Einwohner: 19 339

Geschichte: Die Geschichte Badens reicht bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. zurück, als die Römer im damaligen Aquae Helveticae die warmen Thermalquellen zu nutzen begannen. Im Jahr 1297 erfolgte die formelle Stadtgründung durch die Habsburger. Die Eidgenossen eroberten die Stadt 1415; bis 1798 war Baden eine Untertanenstadt, hatte aber als Kurort und wichtigster Versammlungsort der eidgenössischen Tagsatzungen (bis 1712) eine herausragende Stellung. Zur Zeit der Helvetischen Republik war Baden Hauptort des Kantons Baden, seit 1803 gehört die Stadt zum Kanton Aargau.

Baden. Baden mit Landvogteischloss
Baden mit Landvogteischloss
Baden. Baden an der Limmat
Baden an der Limmat, 1912
Baden. Baden an der Limmat
Baden an der Limmat, 1915
Baden. Bruggertor
Bruggertor
Baden. Hotels Jura und Sonne, 1927
Hotels Jura und Sonne, 1927
Baden. Panorama der Stadt
Panorama der Stadt
Baden. Panorama der Stadt
Panorama der Stadt, Landvogteischloß und Brücke, 1917
Baden. Schloßruine Stein, 1907
Schloßruine Stein, 1907

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Das Limmattal war bereits während der Mittelsteinzeit besiedelt. Die Menschen betrieben Fischfang, wie Funde von Harpunen aus Knochen und Hirschgeweih beweisen. Während der Jungsteinzeit bildete sich entlang der Limmat ein kontinuierlicher Siedlungsraum. Auf Stadtgebiet gefundene Gegenstände sind der Horgener Kultur und der Schnurkeramik-Kultur zuzuordnen, darunter Schuhleistenkeile, Steinbeile und Handspindel. Während der Bronzezeit blieben Steinwerkzeuge noch lange in Gebrauch, da Kupfer und Bronze importiert werden mussten. Deshalb sind Funde von Metallgegenständen eher spärlich, darunter ein bei Dättwil entdecktes Beil. Aus der Hallstattzeit ist lediglich eine Fibel bekannt, aus der Latènezeit eine Tonschüssel. Griechische Händler brachten im 5. Jahrhundert v. Chr. ein Apotropaion nach Baden, das 1871 zum Vorschein kam. Etwa im 2. Jahrhundert v. Chr. begann sich die keltische Volksgruppe der Helvetier anzusiedeln. Baden dürfte eine von 400 Siedlungen der Helvetier gewesen sein, die Julius Caesar in seinem Bericht De bello Gallico erwähnte.

Römische Zeit

Im Jahr 14 n. Chr. bauten die Römer etwa fünf Kilometer westlich von Baden, auf dem Gemeindegebiet von Windisch, das Legionslager Vindonissa. Die römischen Legionäre erkannten die Heilwirkung des Thermalwassers und errichteten Thermenanlagen an der Flussbiegung der Limmat, inschriftlich bezeugt als Aquae Helveticae. Unmittelbar angrenzend entstand im ersten Viertel des 1. Jahrhunderts ein von Händlern und Handwerkern bewohnter Vicus. Der Ort, der wahrscheinlich unter militärischer Verwaltung stand, lag am Schnittpunkt bedeutender Verkehrsverbindungen. Die Hauptachse führte von Augusta Raurica (Augst) über Vitudurum (Oberwinterthur) nach Brigantium (Bregenz), vor der Brücke in Aquae Helveticae bog eine Strasse in Richtung Turicum (Zürich) ab, die weiter zu den Alpenpässen führte. 2008 ergaben Grabungen, dass die Siedlung sich auch auf das Gebiet von Ennetbaden erstreckte.

Einen Rückschlag erlitt Aquae Helveticae im Vierkaiserjahr 69. Die 21. Legion (Legio XXI Rapax), die den Gegenkaiser Vitellius unterstützte, führte eine Strafaktion gegen die mit Galba verbündeten Helvetier durch. Wie Tacitus in den Historien berichtet, brannten die Legionäre Aquae Helveticae nieder und rieben die helvetische Miliz auf. Die 11. Legion (Legio XI Claudia) war am Wiederaufbau mitbeteiligt. In der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts begann eine Blütezeit, die zwischen 259 und 270 durch wiederholte Überfälle und Plünderungen durch die Alamannen ein Ende fand. Die Einwohnerzahl sank, da die Bevölkerung vertrieben wurde und das römische Militär wegen des zwischenzeitlichen Rückzugs über die Alpen keinen Schutz bieten konnte. In der Spätantike war der Ort wiederum bewohnt, er war aber bedeutend kleiner als zuvor.

Früh- und Hochmittelalter

Alamannische Gräber aus dem 7. Jahrhundert deuten darauf hin, dass das Gebiet nach dem endgültigen Abzug der Römer im ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts durchgehend besiedelt war. In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts wurde der erste Vorgängerbau der heutigen Stadtpfarrkirche errichtet, die am Rande einer dörflichen Siedlung lag.

Noch vor der Jahrtausendwende entstand auf dem Felsgrat des Schlossbergs die Burg Stein. Auf wessen Befehl sie errichtet wurde, ist unklar; wahrscheinlich waren es die Grafen von Nellenburg, die damaligen Herrscher des Zürichgaus. Da die Grafen von Lenzburg sich im Gegensatz zu den Nellenburgern im Investiturstreit auf die Seite des deutschen Königs Heinrich IV. stellten, erhielten sie 1077 den Zürichgau und damit wohl auch Baden zugesprochen. Vor 1127 kam es zu einer Teilung der Lenzburger Herrschaft; die Nachkommen von Arnold II. (1070–1127) bezeichneten sich als Grafen von Baden: 1130 Arnold de Baden, 1140 Werinherus comes de Badin etc. Der Ortsname selbst ist im Nekrolog des in einer Kopie aus dem 16. Jahrhundert erhaltenen Liber Heremi für die Zeit um 1030 erstmals in seiner deutschen Form bezeugt: Comes Eberhardus dedit huobam in Baden. Es handelt sich dabei um eine Übersetzung des römischen Namens Aquae im Dativ des Ortes (ze) badun «bei den Bädern».

Die Badener Linie starb 1172 aus, die Hauptlinie 1173. Kaiser Barbarossa nahm eine Neueinteilung der Lehen vor. Der westliche Zürichgau zwischen Limmat und Reuss gelangte an die Habsburger. Davon ausgenommen waren Baden und die Burg Stein, die durch Erbschaft an die Grafen von Kyburg gelangten. Hartmann IV. von Kyburg starb 1264 ohne männliche Nachkommen. Der spätere König Rudolf I., Graf von Habsburg, übernahm die Vormundschaft der minderjährigen Erbin und damit auch die Verwaltung der Herrschaft. 1273 erzwang er die Abtretung der Herrschaftsgebiete im Aargau und Zürichgau, wodurch auch Baden an die Habsburger fiel.

Habsburgische Stadt

Die Siedlung an der engsten Stelle der Klus begann um 1230 nach Verleihung des Marktrechts städtische Züge anzunehmen. Das 1265 erwähnte «Niderhus» (das spätere Landvogteischloss) schützte den östlichen Brückenkopf am unpassierbaren Lägerngrat und riegelte zusammen mit der Burg Stein die Engstelle ab. Rund 800 Meter nördlich der Hauptsiedlung lag um die Thermalquellen ein zweiter Siedlungsschwerpunkt, mit den «Grossen Bädern» am linken und den «Kleinen Bädern» am rechten Flussufer. Um 1250 entwickelte sich Baden zu einem eigenen Hochgerichtsbezirk.

Während der ersten Phase der Habsburgerkriege erkannte Albrecht I. das strategische Potenzial. 1297 verlieh er das Stadtrecht und liess Baden als Sperrfestung gegen Zürichs Expansionsbestrebungen ausbauen. 1303–1307 entstand der Habsburger Urbar, ein Inventar der habsburgischen Ansprüche. Dessen Aufbewahrungsort war die Burg Stein, die sich zum Verwaltungssitz und zentralen Archiv Vorderösterreichs entwickelte. Königin Agnes von Ungarn stiftete 1349 das Agnesspital, das zahlreiche Grund- und Patronatsrechte erwerben konnte und zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Machtfaktor wurde.

Ende 1351 zogen Zürcher Truppen durch den Ostaargau. Sie konnten die Stadt nicht einnehmen, brannten aber die Bäder nieder und plünderten die umliegenden Dörfer. In der Schlacht bei Dättwil konnten sie sich am 26. Dezember den Rückweg freikämpfen und die Beute in Sicherheit bringen. 1375 hielt Baden einem Angriff der Gugler stand, die Vorstadt geriet aber in Brand. Auf die Schlacht bei Sempach von 1386 folgten Plünderungszüge der Eidgenossen. Zürcher und Schwyzer brannten im Juli 1388 erneut die Bäder nieder. Herzog Friedrich IV. fiel im März 1415 beim Konzil von Konstanz in Ungnade, nachdem er dem Gegenpapst Johannes XXIII. zur Flucht verholfen hatte. König Sigismund forderte die Eidgenossen auf, den Aargau im Namen des Reiches zu erobern.

Die Eidgenossen nahmen die Aargauer Städte und Burgen mit wenig Gegenwehr ein. Am 25. April 1415 begannen sie mit der Belagerung Badens, der letzten habsburgischen Bastion. Die Verteidiger unter Landvogt Burkart von Mansberg mussten die Stadt am 3. Mai aufgeben und zogen sich auf die Burg zurück. Nachdem die Eidgenossen Verstärkung erhalten hatten, schloss Mansberg am 11. Mai einen Waffenstillstand. Damit wollte er Zeit gewinnen, denn inzwischen hatte sich Herzog Friedrich mit dem König versöhnt. Sigismund forderte die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und die Rückgabe der eroberten Gebiete. Die Eidgenossen widersetzten sich diesem Befehl: Sie zwangen die Verteidiger am 18. Mai zur Kapitulation, schafften das Archiv der Habsburger nach Luzern und schleiften die Burg.

Unter der Herrschaft der Eidgenossen

Sigismund erklärte Baden zur Freien Reichsstadt, doch war dieser Status bereits nach wenigen Wochen rein fiktiv, da der König die Reichspfandschaft über den östlichen Aargau an Zürich verkaufte. Im Dezember 1415 nahm Zürich die übrigen beteiligten Orte in die Reichspfandschaft mit auf. Dadurch übernahmen die Eidgenossen de facto die Landesherrschaft. Baden und die nähere Umgebung wurden als Grafschaft Baden zu einer Gemeinen Herrschaft, einem gemeinsam verwalteten Untertanengebiet der Acht Alten Orte. Jeder Ort stellte im Zweijahresrhythmus einen Landvogt, der im Landvogteischloss residierte.

Schon zu habsburgischer Zeit war Baden wegen der Bäder und der damit verbundenen Zerstreuungen ein beliebter Verhandlungsort gewesen. Die Eidgenossen setzten diese Tradition fort. Die Verwaltung der gemeinsam eroberten Gebiete machte häufigere Absprachen nötig. Deshalb trafen sich die Abgesandten ab 1416 im Badener Rathaus zu Tagsatzungen. Diese fanden auch in anderen Städten statt, doch die wichtigsten Geschäfte wurden in Baden verhandelt. Dazu gehörten die Abnahme der Jahresrechnungen aller Gemeinen Herrschaften, aber auch Entscheidungen über Krieg, Frieden und Bündnisse. Wichtige Verträge, die hier ausgehandelt wurden, sind der Badener Vertrag von 1585 und die Defensionale von 1668.

König Friedrich III. verbündete sich 1443 im Alten Zürichkrieg mit Zürich. Baden ergab sich kampflos den übrigen Orten. Am 2. Juli 1443 bestätigten sie den theoretischen Status als Freie Reichsstadt und erzwangen jederzeitigen uneingeschränkten Zugang. Ausserdem musste sich Baden bei zukünftigen Auseinandersetzungen neutral verhalten. Wenige Tage später unternahmen die Österreicher einen Überfall auf Baden, der jedoch scheiterte. Bis 1446 versuchten die Zürcher insgesamt viermal, die Stadt einzunehmen. Die Versuche scheiterten, die Zürcher plünderten jedoch die Umgebung und steckten die Bäder sowie die Vorstadt in Brand.

Die Grafschaft Baden war ein straff geführter Verwaltungsbezirk, wobei die Stadt eine autonome Sonderstellung hatte. Inhaber der Regierungs- und Gerichtsgewalt waren der Schultheiss und der sechsköpfige Kleine Rat. Sie führten gemeinsam die Verwaltung, beaufsichtigten den Markt, waren Appellationsinstanz und ernannten Beamte. Der Schultheiss wurde aus den Reihen des Kleinen Rates gewählt, der auch neue Mitglieder selbst bestimmte. Zu besonders wichtigen Geschäften wurde der ebenfalls sich selbst ergänzende Rat der Vierzig hinzugezogen. Schultheiss, Kleiner Rat und Rat der Vierzig ernannten den Rat der Sechzig, der aber nur repräsentative Aufgaben hatte. Mit der Zeit bildete sich ein Patriziat, das die einfachen Bürger von der Politik ausschloss.

Wegen der Bäder und der Lage am Schnittpunkt mehrerer wichtiger Strassen war die Wirtschaftsstruktur vielfältig. Der Anteil am Warenverkehr auf der Limmat hingegen war gering, da Zürich diesen monopolartig beherrschte. Das Einzugsgebiet des Marktes umfasste fast die gesamte Grafschaft Baden und bedrängte jenen naher Kleinstädte. Unter den Handwerkern überdurchschnittlich vertreten war aufgrund der Nachfrage der Badegäste und Abgesandten das Kunsthandwerk. Die Handwerkszweige waren in Bruderschaften organisiert, die jedoch keinen politischen Einfluss hatten. Hohe Ungeldeinnahmen führten zu einer starken Finanzkraft. Das «Rentamt» legte die überschüssigen Gelder des Stadthaushalts in Darlehen an, die an Privatpersonen, Fürsten, Klöster und Städte gingen.

Reformationswirren und Religionskriege

Im Jahre 1512 erhielt die Stadt Baden von Papst Julius II. eigens einen wertvollen Juliusbanner für die 1508–1510 im Grossen Pavier Feldzug geleisteten Dienste zur Vertreibung der Franzosen. Huldrych Zwingli begann 1519 die Lehren der Reformation zu verbreiten und fand bald auch in der Grafschaft Baden Anhänger. Als der Pfarrer von Fislisbach (eine Kollatur des Agnesspitals) 1522 Partei für den Reformator ergriff, führte dies zu einem Tumult, was einer der Auslöser der Zürcher Disputationen von 1523 war. Im Mai und Juni 1526 fand die Badener Disputation zwischen Johannes Eck und Johannes Oekolampad statt. Vier der Dreizehn Alten Orte entschieden sich für den neuen Glauben, was das Ende der konfessionellen Einheit bedeutete. Zahlreiche Pfarreien der Grafschaft schlossen sich der Reformation an. Die Stadt hingegen blieb katholisch, vor allem weil sie ihren Status als Tagsatzungs- und Kurort nicht gefährden wollte.

1529 führten die latenten Spannungen zum Ersten Kappelerkrieg, der jedoch kampflos endete. In den Gemeinen Herrschaften durften die Kirchgemeinden autonom über das religiöse Bekenntnis entscheiden, wobei Baden weiterhin dem alten Glauben treu blieb. Im Zweiten Kappelerkrieg von 1531 verhinderten die katholischen Orte die weitere Ausbreitung der Reformation. Gemäss dem Zweiten Landfrieden wurden mehrere Pfarreien um Baden und das Kloster Wettingen rekatholisiert. Das Agnesspital blieb weiterhin im Besitz ihrer Kollaturen auf Zürcher Gebiet, musste aber die Einsetzung reformierter Geistlicher dulden.

Baden blieb weiterhin ein beliebtes Reiseziel für weltliche und geistliche Würdenträger beider Konfessionen. 1588 gründeten Kapuziner das Kloster St. Johannes und Katharina, das während der Tagsatzungen als Treffpunkt der katholischen Abgesandten diente. 1612, ein Jahr nach einer verheerenden Pestepidemie, folgte die Gründung des Kapuzinerinnenklosters Mariä Krönung. Die Stadt gründete 1624 das Chorherrenstift Mariä Himmelfahrt.

Nach der Niederlage der Reformierten im Ersten Villmergerkrieg von 1655/56 plante Baden den Wiederaufbau der Burg Stein als Festung. Ende 1657 begannen die aus Eigenmitteln finanzierten Bauarbeiten, die eine klare Missachtung der Friedens- und Neutralitätsbestimmungen darstellten. Zürich protestierte gegen den Festungsbau, verbot seinen Bürgern für sechs Jahre den Bäderbesuch und erliess wirtschaftliche Sanktionen. Doch die übrigen Orte wollten sich nicht in einen weiteren Konflikt hineinziehen lassen. Der Festungsbau war 1670 abgeschlossen, bis 1692 folgte die Verstärkung der Stadtmauern. Während des Spanischen Erbfolgekriegs war Baden Sitz des österreichischen Botschafters; auch die Gesandten Frankreichs und Spaniens weilten oft in der Stadt.

Das Verteidigungsbauwerk war bereits bei seiner Fertigstellung technisch veraltet. Insbesondere fehlten Aussenwerke, so dass sich den Gegnern ein leichtes Ziel bot. Wenige Wochen nach Ausbruch des Zweiten Villmergerkriegs belagerten Berner und Zürcher am 30. Mai 1712 Baden; sie beschossen Stadt und Festung mit Artillerie. Noch während der Schultheiss angesichts der schweren Schäden mit den Bernern verhandelte, übergaben vier Ratsherren am Morgen des 31. Mai die Torschlüssel den Zürchern, woraufhin diese einmarschierten.

Hexenverfolgung

Die Hexenverfolgungen in Baden sind ein dunkles Kapitel der Geschichte der Stadt. Im 16. Jahrhundert wurden über 30 Hexenprozesse von der Gerichtsbarkeit der Grafschaft Baden geführt. Johann Jakob Wick stellt die Verbrennung von drei Hexen am 4. November 1585 in Baden dar. Zwischen der Grafschaft Baden und der Stadt gab es Rivalitäten um die Zuständigkeit der Gerichtsbarkeit. Vor 1608 ist kein Prozess verzeichnet, der von städtischen Gerichtsbehörden geführt wurde. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bemühten sich der Schultheiss sowie der Kleine Rat und Grosse Rat der Stadt Baden um das Gerichtsmonopol für Hexenverfolgung. Alle angeklagten Frauen wurden zum Tode verurteilt. Es gibt keine Belege für Hexenprozesse gegen Männer. Für die Stadt Baden finden sich für das 17. Jahrhundert Hinweise auf Namen von 17 Opfern der Hexenprozesse. Die beiden letzten Opfer der Hexenverfolgung im Jahr 1642 waren Maria Bodmer von Baden, die einem der ersten Bürgergeschlechter der Stadt angehört haben soll, und Barbel Zingin aus Schneisingen.

Krise und Revolution

1712 musste Baden harte Kapitulationsbedingungen hinnehmen. Die Sieger nahmen sämtliche Waffen, den Bargeldbestand, das Silbergeschirr sowie Kunstgegenstände und Kirchenglocken in ihren Besitz. Die Zürcher zerstörten bis zum 18. Juni die Festung und zwangen die Badener, aus dem Abbruchmaterial die reformierte Kirche zu bauen. Die katholischen Orte wurden von der Verwaltung der Grafschaft ausgeschlossen, und die Stadt musste Machtbefugnisse an die Landvögte abtreten. Die Bürger mussten alle 15 Jahre einen unterwürfigen Huldigungseid schwören.

Nach Ende des Erbfolgekrieges fanden in Baden von Anfang Juni bis 7. September 1714 Friedensverhandlungen zwischen den europäischen Mächten statt. Dabei wurde über die Miteinbeziehung des Heiligen Römischen Reiches in den Rastatter Frieden verhandelt. Abgesandte von 39 Regierungen weilten in der Stadt; allein der französische Abgesandte hatte rund 300 Begleiter, darunter eine Theatergesellschaft. Der Glanz des pompösen Kongresses, der mit dem Frieden von Baden seinen Abschluss fand, konnte nur kurz über den markanten Bedeutungsverlust nach 1712 hinwegtäuschen. Zwar fanden weiterhin vereinzelt Tagsatzungen statt, doch die katholischen Orte weigerten sich, hier über die Verwaltung und die Rechnungsabschlüsse der Gemeinen Herrschaften zu beraten. Aufgrund zunehmend ausbleibender Badegäste erlebte Baden während Jahrzehnten eine wirtschaftliche Schwächung.

In den Jahren der Französischen Revolution hielten sich wiederholt Flüchtlinge in Baden auf. Während des Franzoseneinfalls von 1798 blieb die Lage zunächst ruhig. Nachdem aber Bern am 5. März kapituliert hatte, regte sich auch hier Widerstand gegen die alte Ordnung. Am 12. April wurde unter französischem Druck die Helvetische Republik gegründet. Einen Tag zuvor bildeten die Grafschaft Baden, die Freien Ämter, das Amt Merenschwand und das Kelleramt den neuen Kanton Baden. Im helvetischen Zentralstaat waren die Kantone reine Verwaltungseinheiten, die weiter in Distrikte und Munizipalitäten unterteilt waren. Baden wurde am 17. Mai zum Kantonshauptort bestimmt.

Der Zweite Koalitionskrieg hatte 1799 gravierende Auswirkungen auf Baden. Tausende französische Soldaten mussten untergebracht und verpflegt werden. Während der Ersten Schlacht von Zürich liess General André Masséna die Brücken in Baden und beim Kloster Wettingen zerstören, um den Rückzug zu sichern. Zwar begann der Wiederaufbau bereits nach der Zweiten Schlacht von Zürich, doch verzögerte sich die Eröffnung bis 1809. Strafgefangene bauten zwischen 1802 und 1805 eine linksufrige Umgehungsstrasse, trotz Protesten der Stadt und des Klosters, die ihre Brückenzolleinnahmen gefährdet sahen.

Nachdem sich die Franzosen im Spätsommer 1802 vorübergehend zurückgezogen hatten, destabilisierte sich die Lage. Am 13. September besetzten Bauern aus Ehrendingen und Siggenthal widerstandslos die Stadt. Der Aufstand weitete sich zum Stecklikrieg aus und führte nach wenigen Tagen zum Sturz der helvetischen Regierung. Bereits Ende Oktober rückten die Franzosen wieder ein. Mit der am 19. März 1803 von Napoleon Bonaparte unterzeichneten Mediationsakte hörte die Helvetische Republik auf zu existieren. Der Kanton Baden wurde aufgelöst, seither ist Baden Bezirkshauptort im Kanton Aargau. Dättwil strebte die Vereinigung mit Baden an. Doch die Kantonsregierung ordnete am 12. September 1804, gegen den Willen der Einwohner, den Zusammenschluss Dättwils mit Rütihof, Münzlishausen und mehreren Einzelhöfen zu einer eigenständigen Gemeinde an. Die französische Fremdherrschaft endete 1813.

Wertewandel, Eisenbahnbau, Industrialisierung

Mit Ennetbaden, dem auf der rechten Limmatseite gelegenen Stadtteil, bestand während Jahrhunderten ein kompliziertes Rechtsverhältnis. Nur die Inhaber der «Kleinen Bäder» besassen das Bürgerrecht, die übrigen Bewohner waren Hintersassen, die dem Kloster St. Blasien zehntpflichtig waren. Nach 1415 verlagerte sich die Steuerpflicht zunehmend zur Stadt, ohne dass den Ennetbadenern die gleichen Rechte zugestanden wurden. Ab 1798 entsandten sie zwar einen Vertreter in den Stadtrat, der aber nur eingeschränktes Mitbestimmungsrecht hatte, so dass es häufig zu Spannungen kam. Als die Ennetbadener die Zahlung der Polizeisteuer verweigerten, stellte der Stadtrat im Januar 1817 beim Kanton den Antrag, den Stadtteil abzutrennen und daraus eine eigenständige Gemeinde zu bilden. Nach langen Verhandlungen erliess die Kantonsregierung ein entsprechendes Dekret, das nach der Zustimmung des Grossen Rates am 22. Dezember 1819 in Kraft trat.

Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein kultureller Wandel. Neue Gebäude veränderten das Stadtbild grundlegend, die Siedlungsfläche dehnte sich aus. Der bisher dominante katholische Einfluss schwand. Die liberalen Kantone verabschiedeten am 27. Januar 1834 die Badener Artikel, mit dem Ziel, die katholische Kirche unter staatliche Kontrolle zu stellen. Im Zuge des Aargauer Klosterstreits, als die Aargauer Regierung im Januar 1841 sämtliche Klöster aufhob, mussten auch die beiden Klöster in Baden schliessen. Zwar wurde das Kapuzinerinnenkloster 1843 wiedereröffnet, 1867 jedoch endgültig aufgehoben. Der Kulturkampf liess 1874/1875 die konfessionellen Gegensätze ein letztes Mal aufeinanderprallen, als der Stadtrat das Chorherrenstift liquidierte. Der Wertewandel führte damals auch zum Abriss traditionsreicher Gebäude wie dem Agnesspital, dem Mellingerturm und der Kapuzinerkirche.

Die Industrialisierung setzte spät ein. Die erste Fabrik, die Spinnerei Wild & Solivo, nahm 1837 den Betrieb auf und nutzte die Wasserkraft der Limmat. Entscheidenden Einfluss auf die spätere wirtschaftliche Entwicklung hatte die Eisenbahn: Ab 7. August 1847 war Baden die Endstation der ersten rein schweizerischen Eisenbahnstrecke, der Schweizerischen Nordbahn von Zürich her. Sie erhielt den Spitznamen «Spanisch-Brötli-Bahn», nach dem im Baden hergestellten Gebäck Spanisch Brötli. Unter dem Schlossberg entstand der erste Eisenbahntunnel der Schweiz. Am 29. September 1856 wurde die Strecke nach Brugg verlängert.

Der Eisenbahnbau führte mit etwas Verzögerung zur Ansiedlung von metallverarbeitenden Betrieben. 1863 gründete der Handelsverein zur Förderung der Wirtschaft die Bank in Baden (1905 in der Bank in Winterthur, einer der Ursprungsgesellschaften der UBS, aufgegangen). Im darauf folgenden Jahr folgte die Gründung der Gewerbekasse durch den Handwerker- und Gewerbeverein, woraus sich die Gewerbebank entwickelte (seit 1995 Teil der NAB). Auch der Tourismus profitierte: Umfangreiche Investitionen führten zu einer Blütezeit des Bäderbetriebs. Nach der Eröffnung des Kursaals, des Kurparks und des Grand Hôtel Mitte der 1870er Jahre fanden vermehrt internationale Kurgäste den Weg nach Baden.

Während des Eisenbahnbooms der 1870er Jahre beteiligte sich Baden an der Schweizerischen Nationalbahn (SNB). Geplant war eine mit Gemeindegeldern finanzierte «Volksbahn» als Konkurrenz zu den privaten «Herrenbahnen» SCB und NOB. Am 6. September 1877 eröffnete die SNB den Abschnitt Wettingen–Lenzburg–Zofingen mit dem Bahnhof Baden Oberstadt. Bereits 1878 folgte die Zwangsliquidation der SNB und deren Übernahme durch die NOB. Die Rückzahlung des Garantiekapitals belastete bis 1935 die städtischen Finanzen. Armin Kellersberger, der damalige Stadtammann, konnte in Verhandlungen die Eröffnung eines Konkursverfahrens wegen der Schuldenlast abwenden.

1891 gründeten Charles Eugene Lancelot Brown und Walter Boveri in Baden die Brown, Boveri & Cie. (BBC). Auf dem Haselfeld entstanden weitläufige Fabrikationsanlagen. Der erste Auftrag der BBC war der Bau von Generatoren für das städtische Elektrizitätswerk Kappelerhof, das 1892 seinen Betrieb aufnahm (es war zugleich das erste Kraftwerk im Aargau). Boveri gründete ausserdem 1894 die Elektrizitätswerke Olten-Aarburg AG und 1895 die Motor AG. aus der später Axpo und Motor-Columbus hervorgingen.

Entwicklung zum Ostaargauer Regionalzentrum

Aufgrund des grossen Erfolgs der BBC und deren Aufstieg zu einem Weltkonzern erlebte Baden ein rasches Bevölkerungswachstum, das auch die Nachbargemeinden erfasste. Der industrielle Sektor profitierte während des Ersten Weltkriegs vom Wegfall ausländischer Konkurrenz. Wegen der hohen Inflation verarmten jedoch weite Teile der Bevölkerung, was die Stadt vor grosse sozialpolitische Probleme stellte. Zudem grassierte die Spanische Grippe. Während des Landesstreiks im November 1918 besetzte das Militär die Stadt drei Tage lang. Die Weltwirtschaftskrise traf die exportabhängige Elektrotechnikindustrie hart: Rund die Hälfte der Arbeiter musste entlassen werden, nach wenigen Jahren folgte jedoch wieder ein Aufschwung. Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund um Baden als Teil der «Limmatlinie» Bunker und Panzersperren gegen einen möglichen deutschen Angriff gebaut sowie im Zuge der «Anbauschlacht» (Plan Wahlen) ein Teil des Waldes für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet.

Basierend auf der Regionalplanung von Hans Marti setzte die Stadt zwischen 1957 und 1965 die «grosse Verkehrssanierung» um. Ziel war die Entschärfung des Strassenverkehrs im natürlichen Engpass. Die Bahnlinie verlegte man in den neuen Kreuzlibergtunnel, was es erlaubte, die Bahnübergänge am Schlossbergplatz und am Schulhausplatz, die den Verkehr immer stärker behinderten, aufzuheben. Der Strassenverkehr wurde aus der Altstadt verbannt und führt seither durch den Schlossberg-Eisenbahntunnel von 1847. In der Badstrasse entstand 1972 im Zuge des Bahnhofumbaus die erste Fussgängerzone der Schweiz.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Badetourismus seinen Höhepunkt erreicht. Doch die folgenden Kriegs- und Krisenjahre führten zu einem allmählichen Niedergang. Das Grand Hôtel ging in Konkurs und wurde 1944 von der Schweizer Armee gesprengt, zahlreiche weitere Hotels mussten in der Folge ebenfalls schliessen. Baden erlitt als Kurort einen Bedeutungsverlust und fiel weit hinter die Aargauer Konkurrenten Bad Zurzach, Rheinfelden und Schinznach-Bad zurück. Dem gegenüber stand die weiterhin wachsende Bedeutung der Industrie: Um 1960 waren zwei Drittel der Erwerbstätigen im industriellen Sektor tätig.

Ab den 1940er Jahren gab es Bestrebungen, die Gemeinde Dättwil mit den Exklaven Rütihof, Segelhof und Münzlishausen nach Baden einzugemeinden. 1959 erhielt der Badener Stadtrat von der Gemeindeversammlung den Auftrag, eine entsprechende Vereinbarung auszuarbeiten. Die Badener Gemeindeversammlung stimmte dem Fusionsvertrag mit deutlicher Mehrheit zu, in der Gesamtgemeinde Dättwil gab es eine Mehrheit von 96 zu 32 Stimmen. Die Zustimmung variierte jedoch stark: Während es in den Ortsteilen Münzlishausen und Rütihof fast keine Gegenstimmen gab, sprach sich eine knappe Mehrheit des grössten Ortsteils Dättwil dagegen aus und wurde folglich überstimmt. Nach der formellen Bestätigung des Ergebnisses durch den Grossen Rat erfolgte die Fusion am 1. Januar 1962. Motivation für den Zusammenschluss waren insbesondere auf Seiten Badens die sich daraus ergebenden baulichen Entwicklungsmöglichkeiten. Das spätere Wachstum der Stadt erfolgte danach fast ausschliesslich in den eingemeindeten Stadtteilen. 1967 entstanden im Segelhof das Forschungszentrum der BBC und 1978 in Dättwil das Kantonsspital.

In den 1980er Jahren begann ein tief greifender Strukturwandel, der mit der Deindustrialisierung und der Hinwendung zum Dienstleistungssektor verbunden war. So wandelte sich etwa das Armaturenunternehmen Oederlin und der Waschmaschinenhersteller Merker zu Immobiliengesellschaften. Noch grössere Auswirkungen hatte 1988 die Fusion der BBC und der schwedischen ASEA zur Asea Brown Boveri (ABB). Zwar blieb die ABB in Baden weiterhin präsent, doch verlegte sie zahlreiche Fabrikationsbetriebe an andere Standorte in der Schweiz; die nicht mehr benötigten Anlagen wurden neuen Nutzungen zugeführt.

21. Jahrhundert

Seit der Jahrtausendwende stösst Baden wieder an seine Wachstumsgrenzen. Dem Trend zu vermehrten Gemeindefusionen folgend, strebte Baden mit Neuenhof einen Zusammenschluss zwischen 2012 und 2014 an. Die Räte beider Gemeinden unterzeichneten im März 2008 eine entsprechende Absichtserklärung. Die Gemeindeversammlung von Neuenhof und der Einwohnerrat von Baden hatten am 30. März 2010 der Fusion zugestimmt, die auf den 1. Januar 2012 hätte realisiert werden sollen. In der Volksabstimmung am 13. Juni 2010 stimmte Neuenhof der Fusion zwar deutlich zu, die Bevölkerung Badens lehnte sie jedoch knapp ab. Durch die Fusion wäre Baden zur bevölkerungsreichsten Gemeinde des Kantons geworden. Das Ziel der Kantonsregierung, Baden durch weitere Fusionen zu einem Zentrum mit nationaler Ausstrahlung zu entwickeln, hat damit einen herben Rückschlag erhalten.

Quelle: de.wikipedia.org




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