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Alte Historische Fotos und Bilder Acquarossa, Kanton Tessin
Old historical photos and pictures Acquarossa, Canton of Ticino

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Wappen Acquarossa

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Geschichte von Acquarossa, Kanton Tessin in Fotos
History of Acquarossa, Canton of Ticino in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Die heutige Gemeinde Acquarossa entstand am 4. April 2004 aus der Fusion der bis dahin selbstständigen Gemeinden Castro, Corzoneso, Dongio, Largario, Leontica, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco. Namensgeber war der zentral gelegene Kurort Acquarossa.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 1850

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Acquarossa. Bahnhof, 1926
Bahnhof, 1926
Acquarossa. Blick auf Comprovasco, 1956
Blick auf Comprovasco, 1956
Acquarossa. Dongio - Lukmanierstraße, 1887
Dongio - Lukmanierstraße, 1887
Acquarossa. Hôtel Terme vom Bahnhof, 1948
Hôtel Terme vom Bahnhof, 1948
Acquarossa. Hôtel Terme von Süden, 1948
Hôtel Terme von Süden, 1948
Acquarossa. Kirche von Negrentino
Kirche von Negrentino
Panorama von Acquarossa, Castro, Ponto Valentino, 1954
Panorama von Acquarossa, Castro, Ponto Valentino, 1954
Acquarossa. Wagon B2 12 - 3a Klasse
Wagon B2 12 - 3a Klasse

Geschichte

Seinen Namen hat Acquarossa («rotes Wasser») nach den örtlichen salz-, eisen-, arsen- und lithiumcarbonathaltigen Quellen, die konstant eine Temperatur von 25 bis 26 Grad Celsius aufweisen und mit 2500 Litern pro Minute aus dem Berghang fliessen. Dem Bade- und Trinkwasser aus der Quelle, ebenso wie dem daraus gewonnenen roten Schlamm (Fango) werden medizinische Heilkräfte zugeschrieben. Es dient der Behandlung von Beschwerden wie Discopathien, Ischias, Gicht, Kreislaufstörungen, oder Rheuma, und wurde früher auch für die Linderung von Tropenkrankheiten angepriesen. Die erste Erwähnung des Ortsnamens Aquam rubeam stammt aus dem Jahr 1446. Im 18. Jahrhundert bestand ein kleines Bad, das 1786 auf den Fundamenten eines früheren Baus, des Palazzo Malingamba, errichtet wurde. Dieses später zum Nebengebäude gewordene Badehaus wurde 1912 aufgestockt und mit Liberty-Dekorationen neu bemalt.

Das stillgelegte Kurhotel von Aquarossa ist von hohen Bäumen umgeben. Das imposante Gebäude hat zwei Seitenflügel und einen nach hinten gerückten Gebäudekorpus in der Mitte. Das Gebäude ist leicht rosa und die Fensterläden sind olivgrün. Alle Läden sind geschlossen. Der Garten und das Gebäude sind nicht heruntergekommen, aber ungepflegt.

1881 wurde auf Initiative des Priesters Antonio Del Siro in der zu Corzoneso gehörenden Fraktion Stallaza ein kleines Altersheim für pensionierte Geistliche, die Villa Riposo, errichtet. Daraus ging das Spital Ospedale Bleniese di Maria Ausiliatrice hervor. 1898, 1909, 1913 und 1936 wurde es durch Anbauten erweitert. Mit Hilfe der Menzinger Schwestern entstand ein professioneller Spitalbetrieb. 1913 bot das Spital 35 Betten. Nachdem bei den in London, Paris und Mailand lebenden wohlhaben Auswanderern Spenden gesammelt wurden, erhielt der Architekt Giuseppe Bordonzotti 1921 den Auftrag für einen imposanten Neubau mit zahlreichen Balkonen und einem Uhrturm, der 1923 fertig wurde. Er musste später einem funktionalistischen Zweckbau weichen.

Publikationen des an der Universität Pavia lehrenden Medizinprofessors und international renommierten Dermatologen Angelo Scarenzio förderten das Interesse an der Thermalbehandlung in Acquarossa. Ein Absolvent seiner Fakultät wurde zum ersten ärztlichen Direktor des Thermalbads ernannt. 1882 kaufte der Regierungskommissar Domenico Andreazzi das Grundstück mit der Quelle von den Gemeinden Lottigna, Dongio, Leontica und Corzoneso. Seither ist das Eigentumsrecht an den Quellen in Privatbesitz, auch wenn sich der Anwalt und Lokalpolitiker Ambrogio Bertoni aus Lottigna vergeblich für eine zeitlich befristete Konzession eingesetzt hatte. Die 1882 gegründete Betriebsgesellschaft beauftragte den Architekten Giuseppe Martinoli mit dem Bau, eröffnete das Kurhotel Albergo delle Terme 1886 und entwickelte Acquarossa zum touristischen Mittelpunkt des Tales. 1918 hatte das Hotel 70 Betten in 55 Zimmern. Weitere Betten wurden den Gästen in umliegenden Pensionen angeboten. Ein Park, mehrere Restaurants, ein Postbüro mit Telefon und Telegraf sowie ein Kutschendienst, bzw. ab 1911 ein Bahnanschluss der Biasca-Acquarossa-Bahn bei Comprovasco, standen zur Verfügung. Im Norden der Alpen zunächst fast unbekannt, wurde die Kuranstalt bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor allem aus dem Tessin und Italien besucht.

In den Kriegs- und Zwischenkriegsjahren geriet der Betrieb wegen des Fernbleibens der italienischen Gäste in eine Krise. Nach Angabe der Basler Besitzerfamilie Greter, die die Anlage 1932 erwarb, beherbergte das Bad in der Folge zahlreiche Deutsche und Engländer. Hauptsächlich kamen die Gäste nun aber aus der Deutschschweiz. 1971 musste der Kurbetrieb wegen fehlender Mittel für die dringend erforderliche Erneuerung der Gebäude eingestellt werden, weil die zuvor mitarbeitende Eigentümerfamilie diese Kosten neben dem notwendig gewordenen verstärkten Personalaufwand nicht mehr tragen konnte. Das Hauptproblem bestand darin, dass die Gebäude im Winter nicht ausreichend beheizt werden konnten, zudem befinden sich die Badezimmer auf der Etage. Fast zeitgleich wurde 1973 auch der Bahnbetrieb eingestellt. Die Anlage ist seither verwaist und wird nur minimal in Stand gehalten. Von einem unangemeldeten Besuch wird abgeraten. Mehrere Versuche einer Neubelebung des Kurbetriebs blieben ohne Erfolg. Zuletzt scheiterte das Unternehmen Mabetex des hauptsächlich in den Ländern der früheren UdSSR tätigen Bahgjet Pacolli, der 1995 ein gegenüberliegendes Grundstück von 86.000 Quadratmetern für 420.000 Franken erwarb. Mit dem Acquarossa Spa Resort ist heute ein neues Projekt in Planung.

Die heutige Gemeinde entstand im Jahr 2004 durch die Fusion der bis dahin selbständigen Gemeinden Castro, Corzoneso, Dongio, Largario, Leontica, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco zur neu entstandenen Gemeinde Acquarossa. Dem Zusammenschluss war am 22. September 2002 eine Konsultativabstimmung voraus gegangen, in der 71 % aller Stimmberechtigten zustimmten. Am höchsten lag die Zustimmung mit 97 % in Castro, am tiefsten mit 55 % in Dongio.

In einer Volksabstimmung am 27. November 2016 stimmte die Bevölkerung der Gemeinde Acquarossa mehrheitlich für die Einrichtung des Nationalparks Parc Adula.

Quelle: de.wikipedia.org

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