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Alte Fotos Aadorf, Kanton Thurgau
Wappen Aadorf

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Geschichte von Aadorf, Kanton Thurgau in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie:

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 8 838

Wirtschaft:

Sehenswürdigkeiten:

Die Ortsteile und ihre Geschichte

Aadorf

Aadorf entwickelte sich vor allem dank der günstigen Verkehrslage zum Verwaltungssitz der umliegenden Ortschaften sowie zum vielseitigen geschäftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Regionalzentrum mit zahlreichen Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben.

Der historische Kern der Ortschaft liegt auf dem Wall einer vom Rheingletscher gebildeten Stirnmoräne. Funde aus der Bronzezeit und ein frühmittelalterliches Gräberfeld lassen auf eine weit zurückliegende Besiedlung schliessen.

Das 886 urkundlich erstmals erwähnte Aadorf gehört damals den oberschwäbischen Grafen von Linzgau, die es im 10. Jahrhundert an das Kloster St. Gallen verlieren. Im Jahre 1413 verkauft St. Gallen das Dorf an das Kloster Tänikon, bei dem es bis 1798 verbleibt; Offnung (Dorfrecht) von 1469. Als 1427 die Grafschaft Kyburg an Zürich kommt, wird die Lützelmurg thurgauisch-zürcherischer Grenzfluss. Eine letzte Auseinandersetzung um die Schul- und Kirchenzugehörigkeit des Aadorfer Feldes entscheidet der Bundesrat 1869 zu Ungunsten des Thurgaus.

Ab 1528 ist Aadorf rein evangelisch, erst 1627 wird der katholische Gottesdienst wieder eingeführt. Fortan besteht über zwei Jahrhunderte ein gespanntes Verhältnis zwischen dem Kloster Tänikon als Gerichtsherrin und dem evangelischen Zürich, dem die Kirchenhoheit über beide Aadorfer Konfessionen bis 1843 zusteht. Die heutige katholische Kirche wird 1865 erbaut. Sie dient bis zum Bau der evangelischen Kirche 1959 beiden Konfessionen.

Ein verheerendes Brandunglück legt 1827 die Mühle und vierzehn weitere Häuser längs der Hauptstrasse in Asche. Seit 1905 versorgt das gemeindeeigene Elektrizitätswerk das Dorf mit Strom. Als wirtschaftlich schwerer Schlag für die Bürgergemeinde als Eigentümerin erweist sich 1910 der Konkurs der Spar- und Leihkasse Aadorf. Im Jahre 1915 wird die Raiffeisenbank gegründet, und 1927 eröffnet die Thurgauer Kantonalbank eine Niederlassung. In der Zeit von 1930 bis 1973 verfügen die Ortschaft und seine Umgebung mit der „Aadorfer Zeitung“ über eine eigenes Organ.

Aadorf profitiert mehrmals von seiner günstigen Verkehrslage. Es liegt an der historischen Überlandstrasse von Winterthur über den Tuttwilerberg nach Wil. Entscheidend zur baulichen Entwicklung trägt die 1855 eröffnete Eisenbahnlinie bei, und gut hundert Jahre später (1969) erhält Aadorf bei Wittenwil einen Autobahnanschluss der A1. Der Bau der Spinnerei 1827 setzt den Auftakt zur Ansiedlung von sehr zahlreichen Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungs-betrieben bis in die Gegenwart.

Aawangen-Häuslenen

Das beschauliche Aawangen mit Kirche und stattlichem Pfarrhaus blieb bislang von der baulichen Entwicklung weitgehend unberührt. Dagegen kannte Häuslenen an der Staatsstrasse nach Frauenfeld seit den 1970er Jahren eine rege Bautätigkeit.

Aawangen, im Jahre 839 als „Oninwanc“ erstmals erwähnt, umfasst auch die Ortschaft Häuslenen sowie die Weiler Burg, Friedtal, Huzenwil und Moos. Es gehört seit 1247 dem Stift Kreuzlingen, dem 1280 auch noch die Kirche St. Michael einverleibt wird. Das jetzige Gotteshaus stammt vermutlich aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und wird 1659 um ein Chor erweitert. Zum evangelischen Glauben tritt Aawangen 1529 über. Seit 1910 amtet der Pfarrer von Aadorf gleichzeitig als Seelsorger in Aawangen, und die evangelische Kirchgemeinde Aawangen wird 1967 mit jener von Aadorf vereinigt. Beachtenswert in Aawangen sind das 1825 neu erbaute Pfarrhaus und das Spruchhaus von 1755 mit neun über die Mauerflächen verteilten Sprüchen religiös-moralischen Charakters.

Häuslenen entwickelt sich erst im 18. Jahrhundert um die an der Landstrasse nach Frauenfeld gelegene Wirtschaft „Häusli“ zu einer Siedlung. Im Holztürmchen auf dem Dach des früheren Schulhauses hängt eine vorreformatorische Glocke der Kirche Aawangen.

Der Dorfteil Burg, am Hügel gegen Hagenbuch zu, entsteht als zur einstigen Feste Hagenbuch gehörende Häusergruppe. Die alte Hochwacht bildet seit 1427 einen markanten Grenzpunkt zwischen den Grafschaften Kyburg und Thurgau. 1340-1522 untersteht Aawangen den Herren von Hohenlandenberg, seither wieder dem Kloster Kreuzlingen, bis 1704 die Gerichtsbarkeit an die Familie Rüepplin kommt.

In den Jahren 1628-1635 grassieren die rote Ruhr, die Pocken und die Pest in der Gegend. 1804 trennt sich Aawangen schulisch von Hagenbuch und gründet eine eigene Schule. Schulort seit 1827 ist und bleibt indes Häuslenen. 1971 wird die Primarschulgemeinde Aawangen dem Oberstufenkreis Halingen angeschlossen. Damit die Politische Gemeinde Aadorf auch schulisch eine Einheit bildet, wurde Häuslenen-Aawangen inzwischen zur Volksschulgemeinde Aadorf umgeteilt, nachdem die Primarschulgemeinde an der Strasse nach Huzenwil 1988 ein neues Schulhaus beziehen konnte.

In den Jahren 1943-1948 führt Aawangen-Häuslenen die Güterzusammenlegung durch; damals entsteht das gegenwärtige Flurstrassennetz. Zwei Jahrzehnte später teilt die Autobahn A1 das Gemeindegebiet in zwei Teile. Während Aawangen ein stilles Dörfchen bleibt, erlebt Häuslenen in den 1970er und 1980er Jahren eine rege Bautätigkeit. Um die Dorfkultur (Bundesfeier usw.) kümmert sich der Dorfverein Aawangen-Häuslenen.

Ettenhausen

Das Dorf am Fuss der Brandforen war jahrhundertelang mit dem Frauenkloster Tänikon eng verflochten und bis vor 100 Jahren die grösste Hinterthurgauer Weinbaugemeinde. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts legte sich ein Kranz von Einfamilienhausquartieren um den Dorfkern.

Ettenhausen war mit 330 Hektaren, wovon ein Drittel Wald, in der Munizipalgemeinde Aadorf die kleinste Ortsgemeinde. Das Dorf am Südfuss der Brandforen wird im Jahre 1278 als „Oetenhusen“ beurkundet. Als Gerichtsgemeinde hängt Ettenhausen rechtlich und wirtschaftlich vom Kloster Tänikon ab, mit dem es recht oft und hemdärmelig im Streit liegt. Umstritten sind insbesondere die Holznutzung und die Weiderechte. Die gegenseitigen Rechte und Pflichten zwischen Dorf und Kloster sind in der Offnung, dem Dorfrecht von 1512, geregelt.

Ettenhausen ist bis um 1900 die Hinterthurgauer Gemeinde mit der grössten zusammenhän-genden Rebfläche. Das Rebhandwerk bestimmt während Jahrhunderten das Leben der Bauern- und Kleingewerbegemeinde. Die letzten Reben verschwinden 1916; erst 1975 nimmt der Männerchor mit der Bepflanzung einer 25 Aren grossen Fläche die Weinbautradition wieder auf.

Kirchlich gehört Ettenhausen wie Guntershausen-Maischhausen ursprünglich zu Elgg. Seit der Reformation (1525-1550) dient die Tänikoner Klosterkirche zugleich als Pfarrkirche für die katholische Bevölkerung der Umgebung. Schulisch trennt sich Ettenhausen 1827 von der mit Guntershausen gemeinsamen Schule in Tänikon und bildet seither eine eigene Primarschul-gemeinde (seit 2006 Volksschulgemeinde Aadorf). Die Schulanlage im Weidli wird 1969 einge-weiht und 1989 wesentlich erweitert.

Der Weiler Iltishausen wird urkundlich im Jahre 1253 als „Hiltishusen“ dokumentiert. Die Höfe sind Lehen des Klosters Tänikon. Der Weiler führt in verschiedener Hinsicht ein Eigenleben. Die vier von Balterswil stammenden Familien Schwager erhalten indes erst 1866 durch Entscheid des Thurgauer Regierungsrats die gleichen Rechte wie die Ettenhauser Bürger. Bis 1922 ist der Tobelbach wahlweise nach Elgg in die Eulach oder nach Ettenhausen in die Lützelmurg ableitbar.

Ein eigenes Postbüro erhält Ettenhausen 1887 (Aadorf 1831, Elgg 1836). Die Einführung der Elektrizität 1912 erfolgt auf genossenschaftlicher Basis. Die Güterzusammenlegung in den Jahren 1951-1959 verändert die Landschaft markant: Grössere Parzellen, Neuanlage des Flurstrassennetzes und weitgehendes Verschwinden der hochstämmigen Obstbäume.

Bemerkenswert in Ettenhausen war und ist ein reges Vereinsleben. Der Einwohnerverein koordiniert die Aktivitäten der Vereine und organisiert unter anderem die Bundesfeier.


Guntershausen-Maischhausen, Tänikon, Wittershausen

Guntershausen gehörte während Jahrhunderten wie Ettenhausen - die Katholiken beider Ortschaften bilden die Pfarrei Tänikon - dem Kloster Tänikon. Die Ortsgemeinde umfasste auch Maischhausen sowie die Weiler Tänikon und Wittershausen. Guntershausen verfügt über ein architektonisch bemerkenswertes Schulhaus, eine Bahnhaltestelle und eine Dorfbürgerkorporation.

Guntershausen-Maischhausen

Das weitläufige Guntershausen war mit 522 Hektaren die grösste Ortsgemeinde in der Munizipale Aadorf. Neben Tänikon, das schon im Jahr 789 als Gerichtsstätte bezeichnet wird, sind Wittershausen (894 erwähnt) und Maischhausen (912) die ältesten zu Guntershausen gehörenden Siedlungen. „Gundoltshusen“ erscheint erst im Jahre 1282 in einer Urkunde. Das Kloster Tänikon erwirbt nach und nach Erblehenhöfe und Rechte, allerdings vereinigt Tänikon erst 1668 den gesamten Zehnten von Guntershausen und Maischhausen in seiner Hand. Guntershausen bildet seit 1509 zusammen mit Maischhausen, Ettenhausen und Iltishausen bis zur politischen Umwälzung 1798 den oberen Teil des Gerichtes Tänikon. Als der Kanton Thurgau 1848 das Kloster Tänikon aufhebt, befürchtet Guntershausen wie andere umliegende Gemeinden ein massives Ansteigen der Armenlasten.

Um 1900 spielt nebst der Landwirtschaft die Heimstickerei eine grosse Rolle. Mit deren Verschwinden und der Schliessung der Tonwarenfabrik Tänikon sind die Guntershauser gezwungen, ihren Erwerb in auswärtigen Industrie- und Gewerbebetrieben zu suchen, vor allem in Aadorf und Winterthur.

Guntershausen hat bis 1827 eine mit Ettenhausen gemeinsame Schule in Tänikon. 1908 erbaut die Schulgemeinde am damaligen Dorfrand gegen Tänikon ein neues stattliches Schulgebäude, das mehr als ein halbes Jahrhundert ohne wesentliche Um- und Anbauten auskommt.

Entscheidend zur Entwicklung tragen die 1862 angelegte Hauptstrasse Aadorf-Guntershausen- Maischhausen (anstelle der Strasse über den Tuttwilerberg) und die 1927 eröffnete Bahnhaltestelle bei. Seit den 1970er Jahren werden zwischen Guntershausen und Maischhausen nach und nach Gewerbe- und Wohnbauten erstellt, sodass die einst räumlich getrennten Ortschaften nunmehr ein durchgehendes Strassendorf bilden.

Eine Guntershauser Besonderheit waren die zwei Bürgergemeinden. Die Dorfbürgerkorporation ist auf die Ortschaft Guntershausen beschränkt und verfügt über das Dorfgemeindegut auf dem Schulberg im Umfang von etwa zehn Hektaren Land. Die Bürgergemeinde umfasste alle in der ehemaligen Ortsgemeinde Guntershausen wohnhaften Ortsbürgerinnen und Ortsbürger und hatte etwa doppelt so viele Stimmberechtigte wie die Dorfbürgerkorporation.

Tänikon

In Tänikon liegen die historischen Wurzeln der Gemeinde. Aadorf, Ettenhausen und Guntershausen hingen in vielerlei Hinsicht vom Frauenkloster ab. Nach der Klosteraufhebung 1848 dienten Gebäude und Areal als Tonwarenfabrik und Gutswirtschaft, seit 1969 als landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes. Nebst der Kirche aus dem 14. Jahrhundert blieben das Äbtissinnenhaus und weitere Gebäude aus der Klosterzeit erhalten.

Mit dem Jahr 789 ist Tänikon („Tanninchova“) der am frühesten urkundlich erwähnte Ort in der Politischen Gemeinde Aadorf. Im Jahre 1249 wird das Frauenkloster gegründet. Vor der Reformation um 1525 muss es eine stattliche Anlage gewesen sein. Bauzeugen sind die Kirche, deren Dachstuhl bis 1362 zurückreicht und damit die Tänikoner Klosterkirche zu einem der ältesten noch erhaltenen Gebäude im Thurgau macht, und das Refental (1508). In den Wirren der Reformation (1525-1550) erlischt das klösterliche Leben. Das wiedererstandene Kloster erlebt im 17. Jahrhundert eine grosse Blüte, verbunden mit einer regen Bautätigkeit: Prälatenhaus 1616, Äbtissinnenhaus 1678 und Lilienthal 1640. Die prächtigen Glasscheiben im Kreuzgang geben Zeugnis vom Kunstsinn der Äbtissinnen. Bis zur politischen Umwälzung von 1798 üben die Klostervorsteherinnen in Aadorf, Ettenhausen und Guntershausen-Maischhausen die niedere Gerichtsbarkeit aus. Das Rechtsverhältnis zwischen diesen Gerichtsgemeinden und dem Kloster ist in Offnungen, das heisst Dorfrechten, niedergelegt.

Im frühen 19. Jahrhundert sind viele führende Thurgauer der Ansicht, die Klöster seien reich und „jedem gemeinnützigen Wirken fremd geblieben“. Im Jahre 1848 beschliesst der Thurgauer Grosse Rat unter anderem die Aufhebung des Zisterzienserinnenklosters Tänikon. Die ausgewiesenen Klosterfrauen vereinigen sich erst 1869 mit den ebenfalls heimatlos gewordenen Schwestern der Klöster Kalchrain und Feldbach zum heute noch bestehenden Nachfolgekloster Mariastern-Gwiggen in der Gemeinde Hohenweiler (Vorarlberg).

Nach der Klosteraufhebung gehen die Kirche mit Friedhof, das Pfarrhaus mit Umschwung und Fondsgelder an die Kirchgemeinde Tänikon über. 1850 kauft Nina von Planta von Samaden das Klostergut. Neben der Gutswirtschaft stellt von 1857 bis 1918 eine Tonwarenfabrik Ziegel und Drainageröhren her. Letzte Gutsbesitzerin von 1936 bis zum Verkauf an die Eidgenossenschaft 1968 ist Emma Zuber-Schmid. Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt nimmt ein Jahr später ihre Tätigkeit auf.

Kirche: Das klassizistische Aussehen erhält sie beim grundlegenden Umbau 1829-1831. Kirchenpatron ist der heilige Bernhard von Clairvaux. Bemerkenswert sind die frühromantische Orgel (1835), die ausgezeichnete Akustik und der grosszügige lichte Raum. In den Jahren 2001-2003 führt die Kirchgemeinde unter erheblicher Beihilfe von Bund, Kanton, Katholischer Landeskirche und Politischer Gemeinde Aadorf eine umfassende Sanierung des Dachstuhls und eine Renovation des Kircheninnern, vor allem auch der Stuckdecke durch.

Wittershausen

Wittershausen, an der einstigen Überlandstrasse von Aadorf über den Tuttwilerberg gelegen, ist kirchlich, schulisch und wirtschaftlich während Jahrhunderten nach Aadorf ausgerichtet. Der 894 urkundlich belegte bäuerliche Weiler gehört zwar bis 1798 zum klösterlichen Gerichtsbezirk Tänikon, ist aber wie Iltishausen bis um 1812 keiner Gemeinde angeschlossen. Seit 1834 ist die Familie Schwager auf dem 1765 erbauten Wohnhaus des Tänikoner Lehenhofs sesshaft.

Wittenwil Weiern

Die frühere Ortsgemeinde Wittenwil umfasste etliche Weiler und Einzelhöfe mit starkem Eigenleben, was vor allem auf Weiern und Heiterschen zutraf. Bei der Gemeindereorganisation 1996 entschieden sich Heiterschen und Jakobstal für den Anschluss an Wängi.

Wittenwil erscheint 1282 als „Witenwile“ (Weiler des Wito) in den Urkunden. Damit taucht nebst dem Dorfnamen jenes Geschlecht auf, das die Vogtei Wittenwil im Namen der Grafen von Toggenburg verwaltet und deren Ammänner sich Herren von Wittenwil nennen. Der berühmteste Vertreter dieses Geschlechtes ist Heinrich Wittenwiler in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Dieser geht mit dem derb-komischen Bauernepos „Der Ring“ über den Zerfall des Rittertums in die Literaturgeschichte ein. Spätere Nachfahren der Wittenwiler nennen sich nach dem Amt der Stammväter Ammann. Dieses Geschlecht ist noch jetzt im Dorf Wittenwil stark verbreitet. Im Jahre 1620 kommt Wittenwil an die Familie Harder. Diese baut das Schloss 1656 nach einem Brand neu auf und ergänzt es mit einer Kapelle. Die letzten Gerichtsherren im 18. Jahrhundert sind die Freiherren von Rüepplin aus Frauenfeld und nachher die Zürcher Familie Schulthess. Seit vielen Jahrzehnten enthält das Schloss zwei grosse Wohnungen; die Kapelle dient als Schmiede.

Wittenwil besteht seit altersher aus grösseren und kleineren Weilern mit rechtlichem Eigenleben. Erst 1812 verfügt der Grosse Rat den Anschluss von Weiern (912 erwähnt), Heiterschen (1263), Aeuli (Jakobstal), Alp, Hinterberg (Jakobsbad), Tausendlist (Schönengrund), Ackermannshaus (Schlipf), Neuhof und Rotscheuer an Wittenwil und damit die Bildung der Ortsgemeinde. Von diesen Weilern bewahrt vor allem Weiern gegenüber Wittenwil einige Selbständigkeit. So gehörte Weiern nicht zum Gericht Wittenwil, sondern untersteht der Hohen Gerichtsbarkeit des Landvogtes. Hauptgeschlecht in Weiern sind die Horber.

Eine Schule ist in Wittenwil seit 1772 bezeugt. Das jetztige alte Schulhaus mit dem Türmchen wird 1860 erbaut. Der geografischen Vielfalt entsprach die unterschiedliche schulische und kirchliche Gebietseinteilung. Bei der Bildung der Politischen Gemeinde Aadorf 1996 werden Heiterschen und Jakobstal der Gemeinde Wängi angegliedert. 2002 wurden die Wittenwiler Katholiken und Evangelischen, die bislang zu den Wängemer Kirchgemeinden gehörten, den jeweiligen Kirchgemeinden Aadorf zugeteilt.

Quelle: www.aadorf.ch



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